25. Jubiläum der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit den Baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland
Zum Anlass des 25. Jubiläums der Wiederaufnahme der deutsch–baltischen diplomatischen Beziehungen veranstalten die Botschaften von Litauen, Estland, Lettland sowie von Island und Dänemark am 23. Mai 2016 die Podiumsdiskussion und die Ausstellungseröffnung in der Nordischen Botschaften.
Als Teilnehmer des Podiumsgespräches haben das erste Staatsoberhaupt Litauens, Herr Prof. Vytautas Landsbergis, die Abgeordnete des Europäischen Parlaments und stellvertretende Vorsitzende der lettischen Volksfront, Frau Sandra Kalniete, die estnische Abgeordnete des Europäischen Parlaments, Frau Marju Lauristin, der Außenminister von Dänemark a.D., Herr Uffe Ellemann-Jensen, der Außenminister von Island a.D., Herr Jón Baldvin Hannibalsson, sowie Dr. Ernst-Jörg von Studnitz, ehemaliger stellvertretender Leiter der Abteilung im Auswaertigen Amt ihre Teilnahme bestätigt.
Die Grundsatzrede wird Peter Altmaier, Bundesminister und Chef des Bundeskanzleramts halten. Ein Grußwort werden Markus Meckel, Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., DDR Außenminister a.D. und Martin Kotthaus, Leiter der Europa-Abteilung des Auswärtigen Amtes sprechen.
Im Rahmen des Weinempfanges wird die Ausstellung „Krieg nach dem Krieg“ zum bewaffneten antisowjetischen Widerstand in Litauen 1944-1953 eröffnet.
Im Anschluss findet die Filmvorführung "Whose who dare" von Ólafur Rögnvaldsson, 2015 statt.
Hintergrundinformation
Estland, Lettland und Litauen waren die einzigen Staaten Europas, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre in 1918 gewonnene und international anerkannte staatliche Souverenität nicht zurückgewonnen hatten. Nach den Jahrzehnten langen Widerstandskämpfen gegen die sowjetischen Besatzer erreichten die Freiheitsbestrebungen der baltischen Völker am 23. August 1989 einen neuen Höhepunkt. Am fünfzigsten Jahrestag des berüchtigten Hitler-Stalin-Paktes bildeten rund zwei Millionen Menschen von Tallinn über Riga bis nach Vilnius eine über 600 Kilometer lange Menschenkette - den „Baltischen Weg“.
Nur zweieinhalb Monate später fiel die Berliner Mauer und nach demokratischen Wahlen erklärten Litauen, Lettland und Estland im Frühling 1990 die Wiederherstellung seiner Unabhängigkeit.
Nach den blutigen Ereignissen in Vilnius und Riga vom Januar 1991, als die Anführer der Sowjetunion versuchten, den Freiheitsdrang der baltischen Völker mit Waffengewalt zu unterbinden, stimmten im Februar und März bei einer großen Beteiligung die Bürger von Litauen, Lettland und Estland mit überwältigender Mehrheit für die Unabhängigkeit ihrer Länder.
Eine Schlüsselrolle auf dem Weg zur internationalen Anerkennung der Baltischen Staaten haben Island und Dänemark gespielt. Am 11. Februar 1991 verabschiedete das isländische Parlament die Resolutionen zur Unterstützung für die Unabhängigkeit der Baltischen Staaten und die unmittelbare Anerkennung Litauens. In gleicher Weise bestätigte die Regierung Dänemarks in der ersten Hälfte des Jahres 1991 die staatliche Kontinuität der Baltischen Staaten und die Nichtanerkennung der Annexion durch die UdSSR. Diese Erklärungen der nordischen Staaten Europas waren von großer symbolischer Bedeutung für den Freiheitskampf der baltischen Völker. Ebenso die Tatsache, dass die Bundesrepublik Deutschland die Okkupation und die darauffolgende Annexion der Baltischen Staaten durch die Sowjetunion nie anerkannt hatte, hat die Hoffnung der Balten wach gehalten.
Die Staatliche Freiheit der Balten wurde auch von Boris Jelzin, russischen Reformpolitiker und späteren Präsidenten der Russischen Teilrepublik, anerkannt. Nach dem gescheiterten Putschversuch in Moskau im August 1991 war es dann soweit: Island und Dänemark sind die ersten Staaten, die mit Estland, Lettland und Litauen die diplomatischen Beziehungen unverzüglich wiederhergestellt haben. Die diplomatischen Beziehungen mit der Bundesrepublik Deutschland wurden am 28. August 1991 wiederhergestellt. Die baltischen Staaten konnten weiter Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Marktwirtschaft entwickeln. Dank tiefster Überzeugung und mit Hilfe der internationalen Partner sowohl im Rahmen der Ostsee-Kooperation, als auch bilateral, wurde der Freiheitsweg zur Erfolgsgeschichte.
Podiumsdiskussion Vytautas Landsbergis – Hans-Dietrich Genscher
Die Freiheit Litauens und die Wiedervereinigung Deutschlands – historische Parallelen, Karlspreisverleihung 2013, Rahmenprogramm, Aachen 12-04-2013.