„WEIßE MOTTEN“ FEIERN „EIN FEST“ IN BERLIN
„Das Festmahl“ („Šventė“) ist ein Werk, das von einer in Litauen und im Ausland gut bekannten Textildesignerinnengruppe namens „Baltos kandys“ (Weiße Motten) geschaffen wurde. Nach Stationen in Kroatien, Argentinien, der Ukraine, den Niederlanden, China und in weiteren Ländern wird die Installation ab dem 7. März auch in Berlin, in der Galerie „ Trofėjas“, präsentiert.
Traditionelles sowie untraditionelles litauisches Festmahl aus Wolle – Salate, Erbsen, gebratenes Fisch, verschiedene Käsesorten, Kekse, gefüllte Eier, Obst und Desserts, rufen bei den Ausstellungsbesuchern immer einen großen Appetit und ein bewunderndes Staunen hervor. „Das Festmahl“ fixiert auf künstlerischer Weise das Ritual des Essens, somit auch das Feiern, das Teilen, die Zugehörigkeit und die Freundschaftlichkeit.
In archaischen Kulturen symbolisierte dieses Ritual die Zeit, in der die Welt umgestaltet und rekonstruiert wird, zu dieser Zeit kamen Menschen zusammen, kommunizierten mit Göttern und mit den bereits Verstorbenen. Im Werk wird die Tradition der Gemeinschaft thematisiert, die oft mit dem Zusammenkommen und dem Essen an einem Tisch verbunden ist. Für einen Menschen ist das Essen eine intime Tätigkeit, so dass das gemeinsame Essen zum Ausdruck einer besonderen Nähe wird.
Die Künstlerinnen behaupten: „In verschiedensten Kulturen ist das Essen gleichzeitig auch ein sakrales Ritual, das bestätigen zahlreiche Bräuche des Servierens und Essens sowie des Opferns, die bis zur heutigen Zeit erhalten blieben.“
Die Stimmung der Sakralität wird in Berlin auch durch den zweiten Teil des Werks geschaffen – an einer Ausstellungswand wird ein Film gezeigt, in dem die Künstlerinnen selbst sich an einem gemeinsamen Tisch treffen. Im Schatten der hundertjährigen Linden teilen sechs junge Frauen das Essen miteinander, sie reden und feiern. Der Tisch ist weiß bedeckt, bietet zahlreiche Gerichte und erinnert an Zeiten, als so ein Zusammensitzen die Lebenden und die Heimgegangenen vereinte.
„Während des Aufenthalts am Tisch wird ein lebendiger Akt des Gedanken-, Energie- und Informationsaustausches durchlaufen. Genauso werden diese auch über Kunstwerke ausgetauscht, weil die Kunst ebenfalls eine Art Nahrung ist, nur für die Seele bestimmt,“ behaupten die Künstlerinnen der Gruppe „Baltos kandys“ und laden ein, die Nahrung für die Seele zu genießen, die jedoch sicherlich auch den physisch spürbaren Hunger wecken wird.
„Baltos kandys“ sind Austė Jurgelionytė, Karolina Kunčinaitė, Miglė Lebednykaitė, Rasa Leonavičiūtė, Laura Pavilonytė, Julija Vosyliūtė.
Die Ausstellungseröffnung, an der auch die Künstlerinnen teilnehmen, erfolgt am 7. März, 18-22 Uhr in der Galerie „Trofėjas“ (Wielandstr. 31, 10629 Berlin). Die Ausstellung findet vom 8. bis 22. März statt.
Das Projekt wird von der Kulturattachée der Republik Litauen in Deutschland organisiert. Projektpartner: Internationales Zentrum für Kulturprogramme (Litauen). Die Ausstellung und der Aufenthalt der Künstlerinnen in Berlin wird durch das Kulturministerium der Republik Litauen unterstützt.