Studie über Chinas Informationseinfluss im Baltikum in Berlin vorgestellt
Am 7. Mai fand in Berlin eine gemeinsame Veranstaltung der Botschaft der Republik Litauen in Deutschland, des Zentrums für Geopolitik und Sicherheitsforschung (GSSC) sowie des Mercator Institute for China Studies (MERICS) – eines der führenden China-Thinktanks in Europa – statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Präsentation einer Studie über Chinas Informationseinfluss in den baltischen Staaten, die das GSSC gemeinsam mit seinen Partnern aus Lettland und Estland erstellt hat.
Zum Auftakt begrüßte der litauische Botschafter in Deutschland, S.E. Giedrius Puodžiūnas, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und betonte:
„In der heutigen geopolitischen Lage ist die Resilienz unserer Gesellschaften gegenüber äußeren – insbesondere informationsbezogenen – Einflüssen eine der zentralen Voraussetzungen für Sicherheit und Stabilität. Es ist besonders wichtig zu verstehen, dass wirtschaftliche Interessen nicht isoliert von geopolitischen und wertebasierten Fragen betrachtet werden können. Deshalb brauchen wir in diesem Bereich eine klare, fundierte und nachhaltige Strategie zum Schutz unserer Gesellschaften.“
Die Autoren der Studie, Simona Merkinaite und Dr. Konstantinas Andrijauskas, präsentierten die zentralen Ergebnisse ihrer Forschung.
„Diese Studie ist die erste umfassende Untersuchung im Baltikum, die systematisch die gesellschaftlichen Einstellungen gegenüber China analysiert und die Anfälligkeit für chinesische Narrative misst“, erklärten die Expert:innen des GSSC.
Laut der Untersuchung reagieren die Gesellschaften der baltischen Staaten besonders empfänglich auf wirtschaftlich ausgerichtete Narrative aus China. Ähnlich wie in anderen westlichen Ländern zeigt sich jedoch eine Tendenz, wirtschaftliche Interessen von werte- und sicherheitspolitischen Fragen zu trennen – trotz der Tatsache, dass China gezielt wirtschaftliche Hebel als Mittel politischen Drucks einsetzt.
An der Veranstaltung nahmen Vertreterinnen und Vertreter aus deutschen Regierungs- und nichtstaatlicher Institutionen, der Wissenschaft sowie des diplomatischen Korps teil.