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Ruhe in Frieden, liebe Irena

Litauen trauert um eine der herausragendsten litauischen Intellektuellen Prof. Irena Veisaitė Prof. Irena Veisaitė (09.01.1928 – 11.12.2020) – litauische Theater- und Literaturwissenschaftlerin.  

In der Zeit des Nationalsozialismus in Kaunas Ghetto inhaftiert, Zeitzeugin des großen Verbrechens des 20. Jahrhunderts, setzte sie sich zeitlebens für Ausgleich und Verständigung ein.
 
In Kaunas Ghetto hat Prof. Irena Veisaitė die Deutsche Literatur entdeckt. 1953 absolvierte sie das Studium der Germanistik, 1963 promovierte über die späte Lyrik Heinrich Heines und war bis 1997 Lektorin an der Pädagogischen Universität Vilnius.
Prof. Irena Veisaitė war Mitbegründerin der litauischen Soros-Stiftung und hat zur Schaffung der demokratischen und pluralistischen Gesellschaft maßgeblich beigetragen.
 
Als engagierte Kuratoriumsvorsitzende des Thomas-Mann-Zentrums in Nidden auf der Kurischen Nehrung wurde Prof. Irena Veisaitė für ihre Verdienste um den Kulturaustausch zwischen Deutschland und Litauen 2012 mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet. Am 23. Juni 2020 wurde ihr das Große Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen. 2019 erschien auf Deutsch das Buch von Prof. Irena Veisaite und Aurimas Švedas "Ein Jahrhundertleben in Litauen" (Wallstein Verlag).
 
 
Aufzeichnung der Veranstaltung mit prof. Irena Veisaitė im Literaturhaus Berlin: