PRÄSENTATION DES BUCHES VON GRIGORI KANOWITSCH IN DER LITAUISCHEN BOTSCHAFT
Die Botschaft der Republik Litauen und Die Andere Bibliothek laden zur Präsentation des Buches von Grigori Kanowitsch „Ewiger Sabbat“ am 2. April um 19 Uhr in der Litauischen Botschaft (Charitestr. 9, 10117 Berlin) ein.
Begrüßung: Deividas Matulionis, Botschafter der Republik Litauen
Einleitung: Dr. Gabrielė Žaidytė, Kulturattache der Republik Litauen
Sprecherin: Anne Lebinsky
Moderation: Shelly Kupferberg
„Ich bin kein jüdischer Schriftsteller, weil ich russisch schreibe, kein russischer Schriftsteller weil ich über Juden schreibe, und kein litauischer Schriftsteller, weil ich nicht litauisch schreibe“, sagt Herr Kanowitsch.
Grigori Kanowitsch (Grigorijus Kanovičius) ist ein Autor zwischen den Sprachen: in Litauen geboren, ist das Jiddische seine Schtetl-Muttersprache. Das Russische eignete er sich als Dreizehnjähriger an, dem Genozid entkommen nach Kasachstan. In seinem literarischen Werk, übersetzt in zwölf Sprachen, vergegenwärtigt er immer wieder das litauische jüdische Leben. Es ist sein Lebensthema.
„Swetschi na wetru“/„Kerzen im Wind“ (1979) hieß Grigori Kanowitschs erster Roman, der nun unter dem Titel „Ewiger Sabbat“ wiederzuentdecken ist. Anfang der 30er Jahre in einem kleinen Dorf bei Vilnius lebt Daniel zunächst bei Großvater und Großmutter, der Vater sitzt wegen politischer Umtriebe im Gefängnis. In einen Vogel möchte sich dieser träumende Junge verwandeln. Dann flöge er über all die Bewohner dieses Fleckens hinweg und sähe sie aus der Ferne. Und vor allem bräuchte er nicht länger auf dem jüdischen Friedhof beim einbeinigen Totengräber Josef zu wohnen – er sähe die Welt. Daniel wird sie bald im Ghetto kennenlernen.