PRÄSENTATION DES BESTANDKATALOGES ÜBER DIE VOR- UND FRÜHGESCHICHTLICHEN FUNDE AUS LITAUEN
Anlässlich des Jahrestages der Wiederherstellung des litauischen Staates wurde in Berlin ein neuer Bestandskatalog des Museums für Vor- und Frühgeschichte vorgestellt. Der Katalog unter dem Titel „Die vor- und frühgeschichtlichen Funde aus Litauen“ entstand in Zusammenarbeit zwischen den deutschen und litauischen Archäologen und vermittelt dem interessierten Leser einen tiefen Einblick in das vielschichtige Erbe der Kulturlandschaft Litauens.
Der erste Fund aus dem heutigen Staatsgebiet von Litauen wurde in die Sammlung bereits im Jahre 1839 aufgenommen. Es handelt sich um vier Steinbeile aus Nidden, die alle Wirren der Zeit überdauert haben, und sich auf heute noch in den Beständen des Museums für Vor- und Frühgeschichte befinden.
Bedingt durch die politischen Verhältnisse in Europa im 19. Und 20. Jahrhundert hatten die Funde aus Litauen in den Beständen des Museums nie eine eigene Katalognummer. Ihre Einordnung erfolgte, je nach Fundort in die Gruppen Ostpreußen oder West-Russland. Funde aus Litauen wurden daher auch nie als geschlossener Sammlungsbestand unter dieser Herkunftsangabe in den ständigen Ausstellungen des Museums präsentiert.
Erst mit der 2003 in Langhansbau des Schlosses Charlottenburg neu konzipierten Dauerausstellung wurden die Archäologiefunde des Baltikums unter der Überschrift „Die Völker des Ostseeraumes“ in zwei Vitrinen präsentiert. Mit dem Umzug der Dauerausstellung 2008 in das Neue Museum auf der Museumsinsel wird sie unter der Überschrift „Die Balten“ in einer Vitrine im sogenannten Modernen Saal gezeigt.
Dennoch sind die Erwerbungen der Museen in Ost und West nach 1945 und die Präsentation litauischer Funde in den Dauerausstellungen des Museums nur ein schwacher Ersatz für die durch die Kriegsereignisse verloren gegangenen litauischen Bestände. Etwa 20 % der ehemals vorhandenen Objekte befinden sich heute noch im Berliner Museum.
Die Präsentation des Kataloges fand am 18. Februar 2014 im Rahmen des Empfanges anlässlich des litauischen Nationalfeiertages im Neuen Museum statt. Die Veranstaltung wurde durch die Botschaft der Republik Litauen in Berlin und das Museum für Vor- und Frühgeschichte organisiert.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Botschafter der Republik Litauen in Berlin, Herrn Deividas Matulionis, und den Vizepräsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Herrn Prof. Dr. Günther Schauerte.
Musikalische Begleitung übernahm das litauisch-rumänische Ensemble „Trio Enescu“.
Die Veranstaltung wurde unterstützt durch das litauische Unternehmen „Vilkyškių pieninė“.