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Litauischer Flüchtlinge-Koordinator R. Vaitkus: „Die vor dem Krieg und Verfolgung flüchtende Menschen sind Litauen nicht gleichgültig“

Vom 10.-11. November nahm eine hochrangige Delegation aus Litauen unter der Leitung des Vize-Kanzlers für europäische Angelegenheiten im Amt der Regierung der Republik Litauen, Herrn Rimantas Vaitkus, an den politischen Konsultationen zur Aufnahme und Integration von Flüchtlingen in Berlin teil.

Bei den Gesprächen mit den Vertretern von deutschen Institutionen ging es um die deutschen Erfahrungen bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise und Beispiele guter Praxis zur sozialen Integration von ankommenden Menschen. Ein wichtiges Gesprächsthema war auch die Frage, mit welchen Maßnahmen sich die Migration nach Europa eindämmen ließe und wie man die aktuelle Flüchtlingskrise gemeinsam lösen könnte.

„Migration ist eine globale Herausforderung. Für die Bewältigung dieser Krise braucht man eine aktive Beteiligung der ganzen internationalen Gemeinschaft. Es ist wichtig, mehr Aufmerksamkeit den Ursachen und nicht den Folgen von dieser Krise zu schenken. Entscheidend ist, möglichst mehr Anstrengungen zu unternehmen, um die Konflikte in den Drittstaaten zu lösen. Litauen solidarisiert sich mit den Staaten, welche von dem massiven Zufluss an Flüchtlingen betroffen sind. Die vor dem Krieg und Verfolgung flüchtende Menschen sind Litauen nicht gleichgültig“, sagte Herr Vaitkus.

Im Rahmen ihres Besuches traf sich die litauische Delegation mit der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Frau Staatsministerin Aydan Özoğuz, dem Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Herrn Thorben Albrecht, dem Abteilungsleiter für Migration, Integration, Flüchtlinge und Europäische Harmonisierung im Bundesministerium des Innern, Herrn Norbert Seitz, sowie mit den Vertretern der Deutsch-Baltischen Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag.

Bei den Gesprächen unterstrich der Vize-Kanzler R. Vaitkus, dass Litauen bereit ist, nicht nur die von der Europäischen Kommission berechnete Zahl von 1105 Flüchtlingen aufzunehmen, sondern auch mit anderen Maßnahmen zur Lösung der Krise beizutragen. „Schon jetzt beteiligt sich Litauen aktiv bei der Sicherung der EU-Außengrenzen im Rahmen der EU-Grenzschutzbehörde FRONTEX, bei der Bekämpfung des Menschenhandels im Mittelmeerraum sowie bei der finanziellen Unterstützung von Menschen im Rahmen des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen und des EU-Treuhandfonds für Syrien und Afrika“, - betonte R. Vaitkus. Der litauische Vize-Kanzler wies auch darauf hin, dass anhand von Privatinitiativen Litauen schon jetzt Flüchtlinge aus Syrien, Irak und dem besetzten Teil der Ukraine aufgenommen hat.

Im Anschluss an die politischen Gespräche verschaffte sich die litauische Delegation einen direkten Eindruck von der Situation der Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) „Refugium Lichtenberg“ und in der Notunterkunft des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Berlin-Wilmersdorf.