LITAUEN UND UKRAINE: VON AUFNAHME DIPLOMATISCHER BEZIEHUNGEN BIS EU-INTEGRATION
Am 4. Dezember wurde in der Litauischen Botschaft in Berlin eine Diskussion zu der unterstützenden Rolle Litauens bei der Heranführung der Ukraine an die EU organisiert. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Gedenkfeier der vor rund 20 Jahren erfolgten Anerkennung der Unabhängigkeit der Ukraine durch den Obersten Rat der Republik Litauen statt.
Die Veranstaltung wurde von Vertretern der ukrainischen Zivilgesellschaft in Berlin, dem Ukrainischen Kinoklub und der Botschaft Litauens organisiert.
Die an der Diskussionsveranstaltung teilnehmenden Vertreter der ukrainischen Zivilgesellschaft sprachen ihre Hoffnung aus, dass Litauen den Weg der Ukraine in die EU mit Rat und Tat unterstützt.
Die Politikwissenschaftlerin der Europa-Universität Viadrina (Frankfurt am Oder), Frau Iryna Solonenko, erläuterte in Ihrem Vortrag die Ursachen für die unterschiedlichen Fortschritte der Länder auf dem Weg nach Europa und stellte Ihre Einschätzungen zu den möglichen Auswirkungen des Assoziierungsabkommens und der Östlichen Partnerschaft auf die Ukraine vor.
Der Wissenschaftlerin zufolge, würde die Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens große Veränderung nach sich ziehen. Die damit verbundenen erfolgreich umgesetzten Reformen würde in der Tat eine Annäherung der Ukraine an die EU bedeuten.
Frau Solonenko fügte hinzu, dass Litauen einen großen Dienst leisten würde, wenn es die Grundsätze und den Nutzen des Abkommen der ukrainischen Gesellschaft erklären würde, die im Gegenzug die politischen Entscheidungsträger der Ukraine dazu ermuntern würde, die nötigen Reformen umzusetzen.
„Litauen könnte den ukrainischen Nichtregierungsorganisationen und Denkfabriken helfen, die sich mit den Auswirkungen des Assoziierungsabkommens und der Informationsverbreitung auseinandersetzen“ sagte Frau Solonenko.
Die EU sollte wiederum zielgerichtete und konkrete Voraussetzungen für den Abschluss des Abkommens setzen, und die Östliche Partnerschaft sollte mehr auf die Bevölkerung der Ukraine ausgerichtet sein: dazu könnten die Intensivierung der studentischen Austauschprogramme, die Unterstützungsprojekte für kleine und mittlere Unternehmen sowie die Verbesserung der Bedingungen für die Nichtregierungsorganisationen dienen.
Die Veranstaltung, an der Diplomaten, Intellektuellen und die Vertreter der ukrainischen und litauischen Gemeinden teilnahmen, fand anlässlich des einundzwanzigsten Jahrestages seit der Anerkennung der Unabhängigkeit der Ukraine durch den Obersten Rat der Republik Litauen am 4. Dezember 1991 statt.
Im Anschluss an die Diskussion wurde den Gästen das Programm der litauischen Kurzfilme, zusammengestellt von Ukrainischem Kinoklub Berlin, angeboten.