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"LICHTEXPERIMENTE"

Auf ihrem Weg, ihre Kunst der ganzen Welt zu zeigen, machen junge Künstler aus elf Nationen im März Station im Schloss Leitzkau (Sachsen-Anhalt). "Lichtexperimente" ist der Titel der Ausstellung, die vom 10. März an für sechs Wochen in historischer Kulisse zu sehen ist. Das Besondere an der Ausstellung: Die Ausstellungsräume sind abgedunkelt, die Kunstobjekte scheinen von innen heraus zu leuchten.

 
"Lichtexperimente" ist eine Schwarzlicht-Ausstellung. Die überwiegend ausfluoreszierenden Materialien bestehenden Kunstobjekte werden in dunklen Räumen gezeigt. Allen Ausstellungsobjekten gemein ist ihre Wirkung unter UV-A Strahlung. Erst durch dieses Kunstlicht kommen die Malereien, Plastiken und Installationen zur vollen Geltung. Alle Künstler spielen mit neuen Technologien und speziellen Materialien. Dazu kommt das Licht und die Interaktion mit den sich stets wandelnden Räumen. So entsteht eine magische Welt. Diese besondere Situation erlaubt dem Besucher der Ausstellung einen einzigartigen Dialog mit den Kunstobjekten. Alles ist dunkel, da ist nichts – nur der Betrachter und das Werk.
 
Hinter dem Projekt verbirgt sich die "Kaunas Art Bienale" aus Litauen, ein von Kuratoren organisiertes interdisziplinäres Ausstellungsprojekt, das seit 1997 durch Europa tourt. Die Biennale hat ihren Schwerpunkt in zeitgenössischer Textilkunst und wird von der Litauischen Künstlervereinigung in Zusammenarbeit mit der Textilkunst-Gilde und dem Kunstinstitut Kaunas organisiert. International hat sich die Textilkunst-Biennale Kaunas zu einer bedeutenden Veranstaltung innerhalb der Textilkunst-Szene entwickelt. Während der vergangenen acht Ausstellungen wurden über 1.200 Kunstwerke aus mehr als 40 Staaten gezeigt.
 
"Lichtexperimente" ist dabei eine selbständige Zelle im großen Textilbiennale-Komplex. Das Konzept dieses Projektes ist rein unkommerziell: Niemand will etwas verkaufen, im Gegenteil, es sollen in dieses multikulturelle Projekt möglichst viele Künstler integriert werden und es soll in möglichst vielen Ländern gezeigt werden. Die Idee zu den „Lichtexperimenten“ entstand im Jahr 2005 in Berlin während einer Ausstellung, bei der die heutige Kuratorin und Galeristin Jolanta Smidtiene als Gastkünstlerin auftrat.
 
"Lichtexperimente" ist ein sich stets neu erfindendes Projekt. Seit 2006 fanden mehrere Ausgaben mit immer wechselnden Künstlern in Litauen, Deutschland, Polen, Weißrussland und der Tschechei statt. Inzwischen beteiligten sich über 40 Künstler aus 20 Ländern an der Schwarzlicht-Wanderausstellung. Es ist nicht ausgeschlossen, dass in einigen Jahren diese Ausstellung in einer ganz anderen Zusammenstellung nach Leitzkau zurückkehrt.
 
Faszinierend ist in Leitzkau das Zusammentreffen von historischem Ausstellungsort und junger Kunst. Genutzt werden die Galerie im Schloss Hobeck, die Glockenstube der romanischen Basilika und die Königsloge, informiert Christel Abraham, Vorsitzende des Förderkreises Kultur und Denkmalpflege Leitzkau e.V..
 
Angeregt wurde die Ausstellung in Leitzkau von der litauischen Künstlerin Jurate Slizyte, die vor einigen Jahren ihre Wirkungsstätte in dem kleinen Ort bei Magdeburg gefunden hat. Bereits mit einer Ausstellung im Jahr 2011 stellte die Künstlerin eine Verbindung zwischen litauischen Künstlern und dem ehemaligen Münchhausen-Familiensitz her. Die Ausstellung fand auch in der Heimat von Jurate Slizyte große Aufmerksamkeit und weckte das Interesse litauischer Künstlerkollegen an dem Ort in Sachsen-Anhalt. Weitere Kooperationen sind fest eingeplant.
 
Die Vernissage der Ausstellung „Lichtexperimente“ findet am 10. März um 14 Uhr im Schloss Hobeck, in der Galerie und diversen weiteren Räumen statt. Die Ausstellung ist bis zum 22. April immer donnerstags und freitags in der Zeit von 13 bis 16 Uhr sowie an den Wochenenden von 10 Uhr bis 16 Uhr zu besichtigen.