KREATIV UND KULTIG: STREIFZUG DURCH VILNIUS
Als „Jerusalem des Nordens“ wird die litauische Hauptstadt gerne bezeichnet. Dort sähe man von jedem Standpunkt aus drei Kirchen, behauptet der Volksmund. Mit seiner UNESCO-geschützten, barocken Altstadt zieht die Stadt zahlreiche Besucher an. Der kürzlich wiedereröffnete Glockenturm der St. Stanislav-Kathedrale und der Palast der Großfürsten von Litauen zählen zu den jüngsten Attraktionen der Stadt. Doch bei einem Streifzug durch Vilnius gibt es weit mehr zu entdecken als die klassischen Sehenswürdigkeiten: Boutiquen junger Designer, kreative Souvenirs und die Künstlerrepublik Užupis.
Die Kreativität und Liebe zur Kunst begegnen Besuchern in Litauen überall. Selbst auf dem Land sind Kunstausstellungen keine Seltenheit und vielerorts entstanden Skulpturenparks zur Aufwertung von Randbezirken oder zur Wiederbelebung der Innenstädte. Der Bernstein fördere die Kreativität, sagt man in Litauen. Und davon gibt es jede Menge im baltischen Staat. Mit Sicherheit lässt sich jedenfalls sagen, dass Vilnius die Kreativen des Landes anzieht. Und diese verleihen der Stadt seine besondere Atmosphäre. Für die Besucher von Vilnius bedeutet das, dass sie bei einem Stadtbummel neben Kirchen und klassischer Architektur auch einer reichen Auswahl an Geschäften begegnen werden. Das Litauische Fremdenverkehrsamt hat einige Tipps zum Schaufensterbummeln und Einkaufen zusammengesellt:
Litauische Mode: Die Moustache Boutique in der L.Stuokos-Gucevičiaus-Straße bietet eine individuelle Auswahl an Kleidung und Acccessoires litauischer Designer – übrigens für Damen und Herren. Wer litauische Haut Couture sucht, sollte sich in die Odminiųstraße begeben. Dort präsentiert der bekannteste litauische Designer Juozas Statkevicius seine Kollektionen.
Accessoires: Die verspielten Accessoires von Laukės fabrikėlis reichen von lustigen Broschen über handgemachte Bücher bis hin zu Vinyl-Handtaschen und Armbändern. Ob als eigenes Souvenir oder für die Lieben zu Hause, durch das spielerische Design sind die Stücke auf jeden Fall ein Hingucker. Die Produkte werden in verschiedenen Boutiquen in Vilnius und Umgebung angeboten.
Gebrauchte Bücher: Einmal gelesen, verstauben danach die meisten Bücher im Regal. Bei Mint Vinetu in der Šv.-Ignoto-Straße finden gelesene Bücher neue Besitzer. Im Angebot sind neben litauischen auch deutsche und englische Bücher. Zudem gibt es wechselnde Kunstausstellungen im Geschäft.
Alles Bio: Auch in Litauen hat sich der Trend durchgesetzt, biologische und regionale Produkte zu konsumieren. In der Literatenstraße liegt das Biogeschäft Senamiesčio Krautuvė, wo es von litausischem Roggenbrot und Rote-Bete-Chips über frischem Gemüse bis hin zu Gebäck und Honig alles in Bioqualität gibt. Die Produkte sind zudem schön verpackt und eignen sich auch als Mitbringsel.
Eigene Gesetze
Nach der Shoppingtour in der Altstadt, sollte ein Bummel durch die Gassen von Užupis auf dem Plan stehen. Jenseits des Flusses Vilnia hat sich die bunte Künstlerrepublik Užupis längst als kultiges Szeneviertel etabliert – selbst der Bürgermeister hat hier sein Quartier bezogen. In den 90er Jahren entdeckten Künstler das damals heruntergekommene Viertel wieder, belebten den Bezirk neu und verkündeten 1997 schließlich die Unabhängigkeit ihrer Republik. In seiner Verfassung räumt Užupis seinen Bewohnern unter anderem ein, einzigartig zu sein, glücklich zu sein, aber auch das Recht darauf, Fehler zu machen oder zu weinen. In den Galerien und Workshops können Besucher den Künstlern gelegentlich über die Schulter schauen. Vielleicht trifft man aber auch Tomas Čepaitis, den Außenminister von Užupis, am Abend im Café Užupio kavinė, dem Regierungssitz der Republik. Am 1. April feiern die Bewohner von Užupis im Übrigen ihren Unabhängigkeitstag. Eine bessere Gelegenheit, die Künsterrepublik außer Rand und Band zu erleben, gibt es kaum.
Quelle: Litauisches Fremdenverkehrsamt, c/o AVIAREPS Tourism GmbH.
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