*alt_site_homepage_image*
de
lt

Der 35. Jahrestag des Baltischen Weges wird in Berlin gefeiert

Am 7. November wurde in Berlin feierlich der 35. Jahrestag des Baltischen Weges begangen. Aus diesem Anlass fand eine von den Botschaften Litauens, Lettlands und Estlands in Deutschland, der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas gemeinsam organisierte Veranstaltung in der Estnischen Botschaft in Berlin statt, bei der die Bedeutung dieser friedlichen Massenbewegung und ihre langfristigen Auswirkungen auf die Region und Europa hervorgehoben wurden. Es ist symbolisch, dass diese Gedenkfeier in Berlin nur wenige Tage nach dem Jahrestag des Falls der Berliner Mauer stattfand – ein Ereignis, das wie der Baltische Weg zu einem Symbol für den Kampf um Freiheit und Demokratie wurde.

In der Diskussion, die von Dr. Oliver Ernst von der Konrad-Adenauer-Stiftung moderiert wurde, teilte der litauische Botschafter in Deutschland, Giedrius Puodžiūnas, nicht nur historische und politische Einblicke in das Erbe des Baltischen Weges, sondern auch seine persönliche Erfahrung mit der damaligen Widerstandsatmosphäre in Litauen. Der Botschafter zog politische Parallelen zu aktuellen Themen und betonte, dass das Streben der baltischen Staaten nach Freiheit auch in den heutigen Kämpfen für Freiheit eine besondere Bedeutung hat. Die entschlossene Unterstützung Litauens und aller baltischen Staaten für die Ukraine, die ihr Territorium gegen die russische Aggression verteidigt, spiegelt die Bedeutung von Solidarität, Werten und historischem Gedächtnis wider. Botschafter Puodžiūnas hob hervor, dass es im heutigen geopolitischen Kontext entscheidend ist, Einheit zu bewahren, die Demokratie und die Menschenrechte zu fördern und die Freiheit gegen äußere Bedrohungen zu verteidigen.

An der Diskussion nahmen außerdem die estnische Botschafterin Marika Linntam, die lettische Botschafterin Alda Vanaga und der Direktor der Stiftung „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“, Uwe Neumärker, teil, die die Bedeutung der Geschichte des Baltischen Weges und ihrer Relevanz für die heutige Zeit betonten. Den Höhepunkt des Abends bildete das Konzert des Baltic Jazz Trio, bei dem der Litauer Dominykas Vyšniauskas, der Este Jaak Sooäär und der Lette Toms Rudzinskis die kulturelle Einheit der baltischen Staaten durch Musik ausdrückten. Das Publikum wurde besonders durch die symbolische Darbietung des Liedes „Bunda jau Baltija!“ (lett. Atmostas Baltija, estn. Ärgake, Baltimaad) erwärmt – ein dreisprachiges Lied des lettischen Komponisten Boriss Rezniks, das dem Baltischen Weg gewidmet und oft als Hymne der baltischen Staaten bezeichnet wird.

Diese Veranstaltung, die Geschichts- und Kulturbegeisterte zusammenbrachte, erinnerte nicht nur an die Bedeutung des Baltischen Weges, sondern förderte auch ein tieferes Verständnis dafür, wie die baltischen Länder heute zur Förderung europäischer Werte beitragen und die Ukraine in ihrem Kampf für Freiheit und Demokratie unterstützen.