*alt_site_homepage_image*
de
lt

DAS KULTURERBE DER LITWAKEN WURDE IN DER BIBLIOTHEK DER UNIVERSITÄT EICHSTÄTT PRÄSENTIERT

Botschafter der Republik Litauen Deividas Matulionis eröffnete am 17. Mai in der Zentralbibliothek der Katholischen Universität Eichstätt die dem Kulturerbe der Litwaken gewidmeten Fotoausstellungen, in denen die Synagogenbauten des ehemaligen Großfürstentums Litauen wiedergegeben sind. Die Exposition trägt den symbolischen Namen „Bilder eines bedrohten Erbes“.

Beide Ausstellungen haben zum Ziel die Besucher ans reichliche Erbe der jüdischen Kultur im Territorium des ehemaligen Großfürstentums Litauen zu erinnern sowie sie zum Nachdenken über das allmähliche Verschwinden eines bedeutenden Teils der europäischen Kultur zu bringen. Über ein halbes Hundert litauischer und belarussischer Synagogen, ihre Architektur und urbanistisches Umfeld kommen in der Exposition zum Ausdruck.

Nicht allein Litauen, sondern auch Belarus, dessen Gebiet sich ebenso zum Großfürstentum Litauen zählte, kann sich einer einst beträchtlichen jüdischen Gemeinschaft rühmen. Das Erbe der jüdischen Kultur ist somit das Bindeglied zwischen diesen beiden Ländern und die Synagogen - unterschiedlich in Stil und Beschaffenheit - ein gemeinsamer Ausdruck dieser Kultur.

„Die Juden spielten eine wichtige Rolle im Leben der Litauischen Gesellschaft seit dem 15. Jahrhundert. Die weitere Entwicklung Litauens war stark von den jüdischen Lebensweise und Kultur geprägt. Heutiges Bild Litauens ist untrennbar von den Spuren der jüdischen Tradition in unserer Geschichte seit mehr als 500 Jahre des Zusammenlebens“, sagte Botschafter Matulionis.      

Zum Erhalt des litwakischen Erbes hat das Departement für Entwicklungszusammenarbeit und Förderung der Demokratie im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Republik Litauen zusammen  mit dem Departement für Kulturerbe mehrere Projekte ins Leben gerufen, die zur Dokumentation der Synagogengebäude dienen. Den Besuchern soll nicht nur die besondere Architektur der in ihrer Existenz bedrohten jüdischen Gebetshäuser, sondern auch die multikulturelle und vielschichtige Geschichte des ehemaligen Großfürstentums Litauen näher gebracht werden.

Die Vernissage durch ihr Erscheinen bereichert haben die Kulturattachée der Republik Litauen in der Bundesrepublik DeutschlandGabrielė Žaidytė, Mitglied des litauischen Parlaments Andrius Kubilius sowie die Eichstätter Landrat Anton Knapp und Oberbürgermeister Andreas Steppberger. Der einleitende Vortrag wurde von einem der renommiertesten Kenner der ost- und mitteleuropäischen Judenheiten, dem Direktor des Zentralinstitutes für Mittel- und Osteuropastudien (ZIMOS) an der Universität Eichstätt Leonid Luks gehalten.

Eine Ausstellung über Synagogen in Litauen wurde auf Initiative des Departements für Kulturerbe der Republik Litauen in Zusammenarbeit mit der Kunstakademie Vilnius sowie dem Forschungszentrum für die osteuropäisch-jüdische Kultur und Geschichte eröffnet. 

Die im XVII-XIX Jh. auf dem Gebiet des ehemaligen Großfürstentums Litauen entstandenen Synagogenbauten wurden von gemeinsamen Expeditionsgruppen der Studenten der Kunstakademie Vilnius und der Belarussischen Staatlichen Universität erforscht. Das jüdische Kultur- und Informationszentrum in Vilnius hat sie zur gemeinsamen Arbeit an einem gemeinsamen Ziel zusammengebracht.

Die Exposition in Eichstätt wurde durch die Kulturattachée der Republik Litauen in der Bundesrepublik DeutschlandGabrielė Žaidytėin Zusammenarbeit mit ZIMOS veranstaltet. Zu den Projektpartnern zählen die litauische Botschaft in Berlin sowie das Kulturministerium der Republik Litauen.

Die exponierten Bilder sind in der Zentralbibliothek der Katholischen Universität Eichstätt bis zum 31. Mai 2013 zu sehen.