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300. GEBURTSTAG DES OSTPREUSSISCHEN PFARRERS UND LITAUISCHEN NATIONALDICHTERS DONELAITIS - VERANSTALTUNGEN IN BERLIN

Die Humboldt-Universität zu Berlin und die Botschaft der Republik Litauen laden zur Tagung Pfarrer – Mechanikus – Nationaldichter anlässlich des 300. Geburtstages von Kristijonas Donelaitis (1714-1780) vom 5. bis 7. März in der Humboldt-Universität zu Berlin (Unter den Linden 6) ein.

Am 1. Januar 2014 jährte sich zum 300. Mal der Geburtstag des ostpreußischen Pfarrers Christian Donalitius – Kristijonas Donelaitis. Der in Lasdinehlen (Lazdynėliai) bei Gumbinnen (Gumbinė) geborene Zeitgenosse Immanuel Kants war nicht nur ein pflichtbewusster Seelsorger der deutschen und litauischen evangelischen Gemeinde von Tolmingkehmen (Tolminkiemis), sondern auch ein geschickter Mechanikus, dessen geschliffene Gläser, Barometer und Klaviere zu seinen Lebzeiten in ganz Preußen geschätzt waren.

Postum zu bleibendem Ruhm gelangte Donelaitis durch seine im Manuskript hinterlassene Dichtung Jahreszeiten (litauisch Metai), mit der er die litauische schöngeistige Literatur begründete und zum litauischen Nationaldichter avancierte.

Die erstmals 1818 herausgegebenen Metai erlebten fünf deutsche Übersetzungen, zuletzt in der von Hermann Buddensieg nachgedichteten Fassung, die als Ergebnis deutsch-deutscher Kooperation 1966 in München und 1970 in Leipzig erschienen ist.

Ein literarisches Denkmal wurde Donelaitis von Johannes Bobrowski in seinen Litauischen Clavieren (1965) gesetzt.

Das Jubiläum des Dichters ist Anlass für eine internationale interdisziplinäre wissenschaftliche Tagung. Mit der Festveranstaltung und der Fotoausstellung Sehnsuchtsland wollen die Organisatoren Donelaitis als Symbolfigur gemeinsamer deutsch-litauischer Geschichte ins öffentliche Bewusstsein bringen.

Die Fotoausstellung Sehnsuchtsland wird am 6. März um 19.00 Uhr in der Botschaft der Republik Litauen (Charitéstr. 9) eröffnet.

Im Zentrum des Fotoprojekts Sehnsuchtsland vom Fotokünstler Artūras Valiauga steht der Gedanke, das Preußisch-Litauen (Kleinlitauen) des Kristijonas Donelaitis mit heutigen Augen zu betrachten.

Im Kaliningrader Gebiet, dem russischen Teil des früheren Ostpreußens, wurden die eng mit dem Leben des Dichters verbundenen Orte, die Einblicke in die historische Landschaft seines Epos zu geben vermögen, mit der Kamera festgehalten.

Der Fotokünstler zu seiner Arbeit: »Der Zyklus ist das Abbild der Landschaft einer Region, die den Besuchern noch immer das beunruhigende Gefühl einer eingezäunten Überwachungszone gibt, einer Landschaft, die geprägt ist von den Sonnenaufgängen in den Wipfeln der Bäume, dem frischen Grün des Frühlings, den Düften des Hochsommers, der morastigen Landstraße im Herbst und der weißen Stille des Winters. Eine Region, die die Legende Kleinlitauens und die Erinnerung an Kristijonas Donelaitis bewahrt hat – im Lauf der Jahreszeiten.«

Artūras Valiauga, Jg. 1967, seit 1992 Mitglied des Litauischen Verbandes der Fotokünstler, nahm an zahlreichen internationalen Projekten im Bereich der analytischen Fotografie teil.

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