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Podiumsdiskussion zur Erinnerungskultur in Litauen

erstellt 2019.06.13 / Aktualisiert 2019.06.13 15:50
      Podiumsdiskussion zur Erinnerungskultur in Litauen
      Podiumsdiskussion zur Erinnerungskultur in Litauen
      Podiumsdiskussion zur Erinnerungskultur in Litauen
      Podiumsdiskussion zur Erinnerungskultur in Litauen
      Podiumsdiskussion zur Erinnerungskultur in Litauen

      In Zusammenarbeit mit der Ständigen Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum fand am 12. Juni 2019 in der Litauischen Botschaft in Berlin eine Podiumsdiskussion zum Thema Erinnerungskultur in Litauen statt. Das Hauptaugenmerk der Diskussion richtete sich auf die Aufarbeitung der Naziherrschaft in Litauen und der Beteiligung von litauischen Kollaborateuren am Holocaust.

      In seiner Einführung wies der Botschafter der Republik Litauen Darius Semaška darauf hin, dass die litauischen Juden seit dem 14. Jahrhundert zu einem integralen Teil der litauischen Gesellschaft gehörten und einen wesentlichen Beitrag zur Bereicherung der litauischen Kultur leisteten.

      Herr Semaška stellte die Vernichtung der jüdischen Gemeinde während der deutschen Besatzung als einen immensen Verlust für Litauen dar und bedauerte, dass auch hunderte Litauer am Holocaust beteiligt waren. Er wies auf die lebhaften Diskussionen zum Thema Mittäterschaft von einheimischen Helfershelfern in der litauischen Gesellschaft hin und betonte, dass es von großer Bedeutung ist, offen und unermüdlich über die dunklen Kapitel eigener Vergangenheit zu sprechen, denn nur so könne etwas Vergleichbares in Zukunft verhindert werden.

      Botschafter Semaška würdigte zugleich die Litauer, die während der Naziherrschaft nicht weggeschaut, sondern ihr eigenes Leben eingesetzt hatten, um ihre jüdischen Mitbürger vor der Ermordung zu retten. (Nach Angaben von Yad Vashem gibt es zurzeit 904 Personen aus Litauen, die durch die Gedenkstätte als „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet wurden und daher als Judenretter gelten). „Diese edlen Menschen müssen uns heute allen als Vorbilder dienen.“, so der Botschafter.

      An der Diskussion nahmen Historiker Prof. Dr. Joachim Tauber, Dr. Nerijus Šepetys und Prof. Dr. Ruth Leiserowitz teil. Grußworte wurden vom Direktor der Stiftung Topographie des Terrors und Vorsitzenden der Ständigen Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum, Prof. Dr. Andreas Nachama, und Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Uwe Neumärker, gehalten.

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