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Laserindustrie in Litauen

erstellt 2017.06.23 / Aktualisiert 2017.06.23 15:33

Wenn unsere Gäste oder Freunde von weit her uns fragen, wofür Litauen berühmt ist, so kann man ganz unbesorgt antworten, dass wir ein Land der Lasertechnologie sind. Und dabei übertreiben wir kein bisschen. Die Laserindustrie ist ein Bereich wo wir im guten Mittelfeld liegen, wenn man den Vergleich mit entwickelten Ländern wie USA, Deutschland, Frankreich oder China sucht. Es ist nicht zu bezweifeln, dass wir unter den führenden Ländern bleiben, denn die Verkäufe dieses Wirtschaftszweigs sind im ständigen Wachsen begriffen. Und auch die Zahl der Firmen, die Laser herstellen, nimmt zu.

Nachdem der Amerikaner Theodore Maiman in 1960 den ersten funktionierenden Laser baute, zwei Jahre nach diesem Ereignis, schickte Povilas Braziunas, Professor an der Universität Vilnius (VU), 3 litauische Studenten nach Moskau um die Physik der Laser zu studieren. Diese kehrten nach erfolgter Promotion in den 70er Jahren nach Litauen zurück und fingen hier mit Forschungen zur Physik der Laser an, Algis Piskarskas an der VU und Evaldas Maldutis an der litauischen Akademie der Wissenschaften, wobei aber der erste Laser an der VU bereits 1966 im Labor für Halbleiterforschungen in Betrieb genommen worden war. Gerade der Umstand, dass die litauischen Wissenschaftler so früh und gründlich begonnen hatten sich mit Laserphysik zu beschäftigen führte dazu, dass wir jetzt zu den führenden Ländern gehören. Der zweite Grund für unsere guten Ergebnisse ist der ständige Kontakt von Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen, also die Zusammenarbeit der Ingenieure aus den Unternehmen mit den Wissenschaftlern. Viele kennen sich vom Studium, man kennt die Probleme der anderen Partei und hat keine Schwierigkeiten, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Ein hervorragendes Beispiel für diese Zusammenarbeit ist der ELI Laser (Extreme Light Infrastructure) in Ungarn. Der wurde von den litauischen Unternehmen Ekspla und Šviesos konstruiert und in diesem Jahr hergestellt, wobei die dabei verwendete Technologie, Parameterverstärkung frequenzmodulierter Impulse, auf einen 1992 von Physikern der VU eingebrachtem Vorschlag beruht, der später auch weiterentwickelt wurde, zurückgeht. In der jüngsten Zeit wurde diese Methode als eine der attraktivsten bei der Entwicklung neuer, besonders leistungsstarker Lasersystem im Femtosekundenbereich anerkannt.

Den leistungsstärksten Laser der Welt für das Forschungszentrum ELI in Tschechien entwickelt und baut die litauischen Firma Ekspla zusammen mit National Energetics Inc. aus den USA. Der Impuls dieses Lasers wird eine Leistung von 10 PW, d.h. 10*1015 W, erreichen.

Vor einem Jahrzehnt gab es in Litauen 10 Unternehmen die Laser herstellten, jetzt sind es 30. In der Laserbranche arbeiten etwa 900 Beschäftigte, 200 davon sind Wissenschaftler (an Universitäten und Forschungseinrichtungen), 700 in der Produktion. Die Umsätze der litauischen Laserbranche stiegen in diesen 10 Jahren von 21. Mio. Euro (2006) auf 90 Mio. Euro (2016).

Es mag paradox klingen, aber wir freuen uns, dass die Exportrate nicht mehr 100% beträgt, wie das noch vor etlichen Jahren der Fall war. Denn das bedeutet, dass es auch in Litauen mittlerweile mehr Hightech-Unternehmen gibt, die unsere Laser und deren Komponenten kaufen können. Derzeit wird etwa ein Zehntel des Umsatzes in Litauen erwirtschaftet.

Etwa die Hälfte der in Litauen hergestellten Laser sind für wissenschaftliche Zwecke gedacht und in diesem Bereich sind unsere Ergebnisse wirklich herausragend. 90 Universitäten aus den internationalen Top 100 haben litauische Laser. Gleichwohl ist der Markt für wissenschaftliche Laser deutlich kleiner als der für industrielle Laser, nur etwa ein Zehntel, daher steigt auch der Anteil der Laser, die wir an die Industrie verkaufen, derzeit etwa die Hälfte der Produktion.

Die Herstellung von Lasern ist ein Wirtschaftszweig von hoher Priorität in Litauen, denn hier arbeiten Wissenschaft und Industrie Hand in Hand. Damit ist es ganz normal, dass diesem Zweig viel Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Unternehmen sind sehr aktiv bei der Beantragung von EU Fördermitteln für die Entwicklung neuer Technologien und die Anwendung von Innovationen.

Die litauischen Unternehmen und Wissenschaftler aus der Laserindustrie nehmen seit 30 Jahren an  der Messe Laser World of Photonics in München teil. In diesem Jahr werden sie wieder zahlreich in der Halle B3 auf dem Stand 403A zum Kennenlernen da sein.

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